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MiMi – Mit Migranten Für Migranten

MiMi - Migranten Für Migranten

Um das Wissen von Migrantinnen und Migranten über Gesundheit und die Nutzung des Deutschen Gesundheitsdienstes zu verbessern, wurde 2003 das Projekt „MiMi – Mit Migranten für Migranten – Interkulturelle Gesundheit in Deutschland“ vom Ethno-Medizinischen Zentrum e.V. entwickelt.

Ziel des Projekts ist es, bei Menschen mit Migrationshintergrund die Eigenverantwortung für ihre Gesundheit und für Maßnahmen zur Prävention zu stärken und langfristig einen Beitrag zur Reduzierung von Ungleichheiten bezüglich der Gesundheitschancen zu leisten indem ihnen die gleichberechtigte Inanspruchnahme von Vorsorgeangeboten der Regelversorgung sowie der Zugang zu relevanten Gesundheitsinformationen ermöglicht bzw. erleichtert wird.

Durch die Integration von Migrantinnen und Migranten in das deutsche Gesundheitssystem soll langfristig eine gesunde Integration auch auf sozial-gesellschaftlicher Ebene gefördert werden.

MiMi ist eine Präventionstechnologie, ein Werkzeug zum Bewirken einer systemischen Veränderung. MiMi mobilisiert, schult und zertifiziert bilinguale (größtenteils weibliche) Migranten und versetzt sie in die Lage, in ihrer jeweiligen Muttersprache Informations- und Aufklärungsveranstaltungen zu Themen der Gesundheit durchzuführen.

Das MiMi-Gesundheitsprojekt basiert auf dem Interkulturellen Setting-Ansatz, d.h. MiMi bildet in einem ersten Schritt erfolgreich integrierte engagierte Migrantinnen und Migranten, die über sehr gute Deutschkenntnisse und ein hohes Bildungsniveau verfügen, zu interkulturellen Gesundheitslotsen, so genannten Mediatoren aus. Nach dieser Ausbildung, in der sie zum deutschen Gesundheitssystem und zu wichtigen Themen der Gesundheit und Prävention geschult werden, führen die Mediatoren selbstständig Informationsveranstaltungen durch, indem sie ihre Zielgruppen, d.h. ihre Landsleute, in deren jeweiligen Lebensräumen aufsuchen und die Informationen zu Gesundheitsförderung und Prävention kultursensibel und in der jeweiligen Muttersprache vermitteln. Die Mediatoren bilden somit Brücken zwischen noch nicht so gut integrierten Migrantinnen und Migranten und dem deutschen Gesundheitssystem.

Durch die Kombination einer Basis-Schulung und sukzessiven Fortbildungen erwerben die MiMi-Mediatoren beständig zusätzliches Wissen und erweitern und vertiefen so ihre Expertise. Das MiMi-Projekt bezieht systematisch lokale und regionale Netzwerke mit ein. Die Mediatoren werden als Repräsentanten der Bedürfnisse ihrer community gestärkt (Empowerment).

MiMi-Mediatoren werden so geschult, dass sie Veranstaltungen entweder im Alleingang oder im Tandem mit Angehörigen von Gesundheitsberufen durchführen können. Ihre Arbeit wird auf lokaler Ebene koordiniert. Die Ausbildung folgt festgelegten Qualitätsstandards. Die Unterrichtsmaterialien (Wegweiser und Leitfäden, Foliensätze, Powerpoint-Präsentationen, Evaluationsinstrumente, Aktualisierungen, Übersetzungen) werden vom Ethno-Medizinischen Zentrum zur Verfügung gestellt und mittlerweile von Partnern in ganz Europa adaptiert.

Schirmherrin des MiMi-Projekts ist die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Prof. Dr. Maria Böhmer, MdB.

Neben der finanziellen Förderung wird MiMi von über hundert Kooperationspartnern aus dem Sozial-, Gesundheits-, Bildungs- und Integrationssektor unterstützt.

Gegenwärtig ist MiMi an 57 Standorten in 10 Bundesländern vertreten, darunter gibt es Landesprogramme in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, und Bayern, die jeweils unterschiedliche Schwerpunktthemen haben.

Im Jahr 2012 wurde das bewährte MiMi-Konzept nach Österreich transferiert, so dass in Wien in der Kooperation mit der Volkshilfe Wien der 58. MiMi-Standort aufgebaut wurde.

Das MiMi-Gesundheitsprojekt richtet sich bisher vorrangig an Migrantinnen und Migranten in 15 Sprachen, in welchen das Ethno-Medizinische Zentrum Schulungsmaterialien zur Verfügung stellt.

Worauf wir zurückblicken können

Insgesamt wurden bisher mehr als 1000 Migranten aus über 40 Ländern zu Interkulturellen Gesundheitsmediatoren geschult. Durch die von ihnen durchgeführten Informationskampagnen konnten weitere rund 32.000 Migranten erreicht werden. Durch die Broschüre „Gesundheit Hand in Hand“ wurden lt. Bestellungen zudem bislang nachweislich über 150.000 Personen erreicht.

Somit konnte MiMi einen wertvollen Beitrag zur Integration von Migranten in das deutsche Gesundheitssystem leisten. Für diesen Erfolg wurden das EMZ und das MiMi-Projekt bereits mehrfach mit Preisen gewürdigt.

Als Best Practice Beispiel ist das MiMi-Projekt Gegenstand sowohl eines WHO Web Features als auch einer aktuellen europaweiten Case Study der WHO , die in Kürze veröffentlicht wird und die ergeben hat, dass die Konzeption des MiMi-Programms eine ausgesprochen kosteneffektive Intervention darstellt, d.h. dass es MiMi gelungen ist aufzuzeigen, dass die Gesundheitsversorgung von Migranten in Deutschland durch kultur- und sprachspezifische Konzepte kostengünstig und qualitätsgerecht zu gewährleisten ist.

Darüber hinaus zeigt die Auswertung der Befragungen von Migranten, dass durch Programme nach dem Konzept von MiMi eine erleichterte Aufnahme von Wissen bzw. Informationen (z.B. auch in den Bereichen Health Literacy oder Financial Literacy) erreicht wird.


MiMi-Projekte in Deutschland:

Bayern

Hamburg

Niedersachsen

NRW

Schleswig-Holstein

Forschungsprojekt MiMi-Reha


MiMi-Projekte international:

MiMi-Wien und Oberösterreich

 

 

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Königstraße 6
30175 Hannover
Tel. 0511/168-41020
Fax 0511/457215
Email: info@ethnomed.com

 

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